Meine erste Canyoning Tour

Meine erste Canyoning Tour

16.09.2006, Haiming, Tirol. Der Auftakt zu meiner ersten Canyoningtour war wirklich nicht sehr spektakulär. Wir waren kurzentschlossen zu einem “Action Wochenende” bei Faszinatour in Österreich gefahren. Und wie üblich beginnen solche Abende mit einem soliden Barbeque, das bei Bedarf noch mit einigen tiroler Schnäpsen garniert werden kann. Und wie es schien, hatten wir einen großen Bedarf. Denn der Kater am Samstag Morgen, dem Tag unseres Canyonings, verriet mir das wir lange unterwegs gewesen waren. Gerüchte besagten sogar, dass wir auf der Bühne der lokalen Bar „etwas daneben benommen haben“, aber daran kann ich mich nicht erinnern.

Gruppe von Canyoning Leuten im AllgäuAlso was für Canyoning stand an?

Aus heutiger Sicht nichts Spezielles. Hachleschlucht bei Hochimst, höchster Abseiler 10m, höchster Sprung 3m und eine kleine Rutsche. Heute würde mir eine solche Beschreibung höchstens ein müdes Lächeln abringen. Aber damals wußte ich ja kaum, wie mich diese Anfängerschlucht verändern sollte.Denn die Vorzeichen waren wie gesagt unspektakulär. Das Wetter war auch eher durchschnittlich und auch unser tiroler Guide Klaus glänzte nicht gerade durch Empathie: “Jo moi, wenn dr Fels dir aufn Schädl fällt hots dr liebe Gott halt so gwellt.” Aha. Na dann…

Aber schon beim Abstieg durch die nach Zedern duftenden Bergwälder Tirols mit dem Rauschen des ersten Wasserfalls in den Ohren war fasziniert. Der entscheidende Moment kam dann nach dem Sicherheitsgespräch. Alles lief ab wie in Zeitlupe: Klaus hat mir den Karabiner in den Gurt eingehakt. Das Klicken des Karabiners und das quietschende Drehen habe ich noch in Erinnering wie heute. Ich lehne mich zurück in das Seil und sonderbarerweise fühle ich mich sicher und gut aufgehoben. Bereits nach den ersten Metern erwischt mich der Wasserfall von oben und spült mir die letzten Spuren des Katers aus dem Gesicht. WOW. Beim ersten Abseiler der Hachleschlucht landet man in einem kleine Pool und löst den Karabiner im Schwimmen.

Canyoning Gruppe im Allgäu schwimmt im PoolUnd ab diesem Moment wußte ich: Davon möchte ich mehr. VIEL MEHR. Das eiskalte Wasser der Stubaier Alpen und der kantige Fels fühlten sich so real an. Damals war ich Angestellter in einer Versicherungsgesellschaft in Stuttgart. Ich hatte gerade meine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und wurde übernommen. Und ich langweilte mich zu Tode. Vielleicht war das der Grund, warum mich dieses Erlebnis so beeindruckt hatte. Zur Wiederholung: Es war eine langweilige Schlucht mit einem unmovitierten Guide und schlechtem Wetter. Trotzdem: Ich war verliebt. Verliebt in das Canyoning.

Kann Canyoning echte Liebe sein?

Aber um zu testen ob es sich nur um einen “One Night Stand” oder tatsächlich etwas Ernsteres handelte, gab ich mir etwas Zeit darüber nachzudenken.Also habe ich zwei Wochen gewartet und dann mit Menschen aus meinem Umfeld, die sich nicht wehren konnten (mein Vater und mein Cousin) einen weiteren Trip aufzusetzen. Und zwar den sportlichen Alpenkönig und die Extremtour Auerklamm. Und nach diesem Tag war mir klar. Diese Beziehung ist ernst und muss länger dauern.

Chris bei der ArbeitUm die lange Geschichte abzukürzen: Ich habe mich für alle notwendigen Ausbildungen angemeldet und mir die komplette Ausrüstung für das Canyoning zugelegt (immerhin fast. 3.000 €). Und als ich die Aufnahmeprüfung zum Tiroler Schluchtenführer geschafft hatte und auch an der Fachhochschule Innsbruck angenommen war, stand meinem neuen Leben nichts mehr im Wege. Der Job war schnell gekündigt und ich weine diesem keine Träne hitnerher. Im Gegenteil, es war eine der besten Entscheidungen die ich jemals getroffen habe.Und selbst heute, gute 7 10 Jahre nach diesem Erlebnis, fesselt mich das Canyoning immer noch. Ich liebe es, meinen Rucksack zu packen, das Seil zu stopfen und den Canyoninggurt mit allen Ausrüstungsgegenständen anzulegen. Der Geruch (manche sagen auch “Gestank”) des Neopren zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht, für mich ist es gleichbedeutend mit Freiheit und Unabhängigkeit. Und der Liebe zu diesem Nischensport.Das ist der Grund, warum ich auch heute noch im Allgäu Touren führe und Canyoning zum Bestandteil meines Lebens gemacht habe. Und wenn ich mit Gästen, am besten mit Neulingen, unterwegs bin hoffe ich insgeheim, dass sie eine ähnliche Erfahrung machen: Nämlich das Canyoning richtig cool ist und einen Riesenspaß macht.Wenn du jetzt auch Lust bekommen hast auf Canyoning, dann schau dich bei uns um, schreibe uns eine Mail oder schaue hier unsere Touren an.

Einsteigercanyoning: GunzesriedMädel seilt in der Schlucht abUnser Klassiker Gunzesried, den jeder schon einmal gemacht haben sollte; er befindet sich in direktem Umfeld von Sonthofen und ist in 10 Minuten zu erreichen. Hier findest du alles, was das Canyonauten-Herz begehrt: Abseiler mit über 10m, Sprünge aus bis zu 5m und ein paar schöne Rutschen. Schau doch mal ein paar Bilder oder Videos der Tour an!

Einsteigercanyoning Gunzesried 75 € Mehr Infos

Sportliches Canyoning: StarzlachklammCoole Truppe in der StarzlachklammUnsere sportliche Tour ist die Starzlachklamm . Der Begriff „Klamm“ kommt nicht von irgendwo: Teilweise nur einen Meter breit führt die Starzlach am Fuß des Grünten durch eine imposante Felswelt. Hier reiht sich ein Sprung an den anderen. Die Starzlachklamm schließt mit einer Rutsche, die ihres gleichen sucht: Ein Muß für Canyoning im Allgäu.

Canyoning Starzlachklamm 89 € Mehr Infos